Die Bilder sind eindrücklich und sie rühren an innerste Ängste: Da wird ein alter Herr in der Münchner U-Bahn von zwei Jugendlichen überfallen, von hinten, sie reißen ihn zu Boden, schlagen ihn zusammen, sie treten mit ihren Schuhen gegen seinen Kopf wie gegen einen Fußball, sie beschimpfen ihn als "Scheiß-Deutscher".
Der Grund: Der pensionierte Schuldirektor hatte sie gebeten, in der U-Bahn nicht zu rauchen. Jeder, der diese von Videokameras aufgenommene Szene im Fernsehen gesehen hat, will in einer ersten Regung nur eines: Dass diese zwei Männer für ihre Tat büßen. Eine zweite Regung ist oft: Können wir diese Täter, einen hier aufgewachsenen Türken und einen Griechen, nicht loswerden?
Leon verführte im Alter von zwölf Jahren ein Mädchen in seinem Heim. In den vergangenen 7 Jahren hatte er mit über 350 weiteren Partnerinnen Sex.
Mila wurde mit 16 schwanger – als Folge ihrer ausschweifenden Drogen- und Alkoholkarriere. Zwei Beispiele, die den Gründer des Berliner Kinderhilfsprojektes Arche aufmerken ließen: Immer jünger erleben Deutschlands Jugendliche ihr erstes Mal. Doch die vermeintliche sexuelle Befreiung ist regelmäßig Ausdruck von elterlicher Vernachlässigung und mangelnder Aufklärung.
Gerade in prekären Familienverhältnissen sind minderjährige Schwangere keine Ausnahmeerscheinung mehr. Durch die zunehmende Frühsexualisierung verlieren viele Jugendliche die Fähigkeit, partnerschaftliche Beziehungen aufzubauen. Sex wird zur Leistung. Das einzige, was zählt, ist die Quantität der Partner. Gravierend sind die gesellschaftlichen Folgen: wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist, nimmt sexuelle Verwahrlosung ihren Raum ein. Verhütung gilt als uncool, der junge Körper ist das wichtigste Statussymbol.
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